Barnhard Paul

© Martin Weiand

© Martin Weiand

Geboren 1970, lebt und arbeitet in Rosenheim.

Nach der Ausbildung in Malerei und Grafik bei Klaus Peter Frank in München Studium 2004-2010 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Nikolaus Lang, Prof. Karl Imhof und Prof. Karin Kneffel. Nach dem Diplom bei Prof. Karin Kneffel 2010 erhielt er eine Debütantenförderung vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Seine Werke wurden unter anderem von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und der Stadt Rosenheim angekauft. Bernhard Paul ist Mitglied in der Neuen Künstlergenossenschaft München. Er nimmt an zahlreichen Ausstellungen bundesweit teil, in erster Linie in Bayern (vor allem Chiemgau und München) und in Berlin (wo er von der galerie ANNA 25 vertreten wird). Derzeit bereitet er sich auf die große Ausstellung mit Christian Heß in der Städtischen Galerie Rosenheim 2020 vor.

Für Bernhard Pauls Malerei hat Musik eine große Bedeutung. Kompositionen von Steve Reich, Frank Zappa, John Cage, Wolfgang von Schweinitz inspirieren seine Bilder. Bernhards Werke basieren auf einer Abfolge langgezogener, fein nuancierter Linien mit einer subtilen rhythmischen Struktur, die bei längerer Betrachtung immer stärker hervortritt, so dass jedes Bild sich als ein harmonisches System offenbart. Die Werke zeigen eine große Präzision: jeder Pinselstrich ist eine gut überlegte Entscheidung, denn gearbeitet wird auf einer ungrundierten Leinwand, die kaum Korrekturen erlaubt. 

Für die erste Ausstellung im KunstSchauFenster hat der Künstler zwei lithografische Editionen angefertigt, deren Aufbau den Regeln der malerischen Komposition folgen. Genau darin bestand die Herausforderung für den Künstler und die Besonderheit dieser Werke: dieselbe nuancierte Beschaffenheit und Leichtigkeit der Linien zu erreichen, aber diesmal nicht auf Leinwand, sondern auf Stein, und mit viel härteren Pinseln.  

© Martin Weiand

© Martin Weiand

 
 

 

Christian Heß

© Martin Weiand

© Martin Weiand

Geboren 1973 in Nürnberg, lebt und arbeitet als Bildhauer, Zeichner und Performance-Künstler in Ullerting am Simssee.

Nach dem Abschluss der Berufsfachschule für Holzbildhauer studierte Christian 1998-2005 an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Prof. Norbert Prangenberg. 2006 erhielt er eine Debütantenförderung vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitete er 2007-2010 als Korrekturassistent am Lehrstuhl für Bildnerisches Gestalten an der Architekturfakultät der TU München bei Prof. Tina Haase.

Seine Werke wurden unter anderem von Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, UniCredit Kunstsammlung und der Stadt Rosenheim angekauft. 2013 erhielt er den Kunstpreis der Jahresausstellung des Kunstvereins Rosenheim, 2016 den Skulpturenpreis Stadtbergen. Er nahm 2015 am Bildhauersymposium Schweinstal Skulpturenverein Rheinlandpfalz e.V. teil. 2017 wurde sein grafisches Werk in einer Doppelausstellung mit Kirsten Biven in der Galerie Kalamunda Modern in Perth (Australien) ausgestellt. Gemeinsam mit Bernhard Paul bereitet sich Christian Heß auf eine große Ausstellung in der Städtischen Galerie Rosenheim 2020 vor.

2015 entwickelte er zusammen mit Peter Pohl das Konzept eines künstlerischen Dialogs mit dem Titel „Zeichnen am runden Tisch“. Es ist eine Performance, in deren Rahmen beide Künstler im Laufe von mehreren Stunden öffentlich an einem runden Tisch mit einer drehbaren Platte zeichnen. Das Ziel sind gemeinsame, harmonische Kompositionen, bei denen dennoch jeder Künstler seinen eigenen Stil behält. 2019 sind beide Künstler damit auch im KunstShauFenster in Rosenheim aufgetreten.

Unabhängig von der Technik und Medium erkundet  Christian in seiner Kunst Systeme. Kleine, in roter Tusche gezeichnete Kästchen locken in ein Gedankenlabyrinth, Skulpturenprofile verbergen Motive im Querschnitt, deren Erschließung Zeit braucht, aber auch Freude bei der Erkundung bereitet. Auf diesem Prinzip basiert auch die Edition, die für das KunstSchauFenster entstanden ist. 

© Silke Graf

© Silke Graf

 
 

 

Eva Čapková

Capkova 1.jpg

Geboren in Olomouc (Tschechien), lebt und arbeitet in München und Prag.

1997-2001 studierte sie Kunsterziehung an der Pädagogischen Fakultät  der Palacký-Universität in Olomouc, wo sie unter der Anleitung von Ondřej Michálek die klassischen Grafiktechniken erlernt hat. 2004-2009 setzte sie ihr Studium an der LMU München fort, wo sie auch ihre Doktorarbeit über den tschechischen Künstler, den Explosionalisten Vlamimír Boudník verteidigt hat. Einen wichtigen Impuls zu ihrer künstlerischen Laufbahn  brachte die Begegnung mit Oldřich Hamera, der sie in unkonventionelle Grafiktechniken eingeführt hat, insbesondere in die Aktive und Strukturelle Grafik. In den letzten Jahren hat Eva sich intensiv mit der von Boudník entwickelten Magnetischen Grafik befasst, die seit dem Tod des Künstlers 1968 praktisch nicht mehr benutzt wurde. 

Die Arbeitstechnik mit Magnetfeldern hat sie auch auf das Medium der Malerei übertragen. Als Grafikerin arbeitet sie viel an der Buchillustration, vor allem in Zusammenarbeit mit dem Bibliophilie-Verlag Krupka in Úvaly bei Prag.

2016 nahm sie an der Ausstellung „Von Boudník bis heute – Tschechische Strukturgrafik“ in der Galerie Hollar in Prag. 2017 stellte sie ihre Werke auf der 11th Biennial International Miniature Print Exhibition, Center for Contemporary Printmaking, Norwalk (USA) aus, wo sie mit dem General Packaging Prize and Honorable Mention für ihre Magnetische Grafik ausgezeichnet wurde.

Capkova 2.jpg
 
 

 

Hannes Stellner

© Silke Graf

Geboren 1958 in Seeon, lebt und arbeitet in Eggstätt und Berchtesgaden.

Nach der Ausbildung zum Holzbildhauer und Meisterprüfung studierte Hannes Stellner 1987-1993 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München zunächst bei Erich Koch, dann bei Olaf Metzel. 1993 legte er sein Diplom als Meisterschüler bei Olaf Metzel ab und wurde im gleichen Jahr mit dem Preis der Danner-Stiftung ausgezeichnet. 

Seit 1981 arbeitet Stellner als Bildhauer, unter anderem im sakralen Bereich und bei Restaurierungen. Neben der künstlerischen und restauratorischen Tätigkeit unterrichtet er seit 1998 Holzbildhauerei als Fachlehrer und Klassenleiter an der Berufsfachschule für Holzbildhauerei und Schreinerei Berchtesgaden.

Seit 30 Jahren ist Hannes Mitglied im Kunstverein Rosenheim. 2002 erhielt er den Förderpreis der Dr. Michael Stöcker Kultur- und Sozialstiftung Rosenheim. 2005 fand eine seiner bedeutendsten Einzelausstellungen im Klosterraum Klosterkirche Traunstein „the carpet too is moving under you“ statt.

© Hannes Stellner, Foto Klaus-Maria Einwanger

© Hannes Stellner, Foto Klaus-Maria Einwanger

2010 nahm er an der Gruppenausstellung „Distanz 4635“ im Bischkek Art Center in Kirgistan teil, 2017 an der Doppelausstellung mit Jutta Mayr in der Galerie am Markt Neubeuern. 2019 wurde seine Plastik für den Skulpturenweg Bruckmühl ausgewählt.

Der Künstler ist vor allem durch seine Ohrenskulpturen bekannt, die er als verallgemeinerte Idealbildnisse begreift. Für das erste KunstSchauFenster 2018, an dem er gemeinsam mit Bernhard Paul teilgenommen hat, hat er zum ersten Mal sein eigenes Ohr als Edition in einer geringen Auflage gegossen. Als eine Zäsur in seinem Schaffen, ein Symbol der Sensibilität und Verletzlichkeit, aber auch ein Zeichen des Vertrauens in das Gegenüber, dem er so schutzlos die genaue Nachbildung des eigenen Körperteils präsentierte. 

 
 

 

Maximilian Theo Kehl

201901050621.jpg

Geboren 1991, lebt und arbeitet in München

Max Theo Kehl studierte 2012-2019 an der Akademie der Bildenden Künste in München beim Prof. Olaf Metzel, bei dem er auch Diplom machte. Seit dem Beginn des Studiums nimmt der junge Münchner Künstler an zahlreichen Ausstellungen vorwiegend in Münchner Galerien teil, so 2018 an der Gruppenschau „Against Interpretation“ bei Stefan Vogdt. 2017 rief er das Projekt „Nautilus“ in seinem Giesinger Atelier ins Leben, welches er kuratorisch leitete und in dessen Rahmen er künstlerische Positionen seiner Kollegen aus Deutschland und Frankreich präsentierte.

Der Künstler widmet sich vornehmlich Porträts in recht klassischer Formensprache, überwiegend in Zeichnung, aber auch Druckgrafik und Malerei. Er selbst bezeichnet seinen Stil als 'minimalistischen Realismus', sieht die Gattung des Porträts als die beste Möglichkeit das Wesen eines Menschen zu erfassen. Seine Werke sind elegante Charakterporträts, gekennzeichnet durch gekonnte Verbindung aus Anmut und Expressivität der Linien und Hervorhebung markanter Züge, was jedoch keinesfalls aufdringlich wirkt. Starker Ausdruck geht stets mit der Leichtigkeit der Komposition einher.

IMG-20180712-WA0004.jpg